Kinder stärken, Zukunft gestalten

Damit Kinder einen guten Start ins Leben haben, begleiten die „Frühen Hilfen“ der Diakonie Wuppertal Familien schon seit 2007 in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren. Leiterin Beate Lampenscherf war von Anfang an dabei.

Beate Lampenscherf

Als Psychologin hat sich Beate Lampenscherf intensiv mit der frühkindlichen Entwicklung beschäftigt und weiß: In den ersten drei Lebensjahren wird das Fundament fürs ganze Leben gelegt. Das kindliche Gehirn wächst rasant, Bindungen entstehen, Sprache und soziale Fähigkeiten entwickeln sich. „Was Kinder in dieser Zeit erfahren, prägt ihre Chancen auf Gesundheit, Bildung und stabile Beziehungen“, erklärt die Leiterin der „Frühen Hilfen“ der Diakonie Wuppertal – Kinder-Jugend-Familie. 

Das soziale Angebot für Familien in Wuppertal setzt genau hier an: Es begleitet Eltern schon in der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes durch den Alltag und schafft damit gute Startbedingungen für die Kinder. „Denn wer früh investiert, stärkt nicht nur das einzelne Kind – sondern die Zukunft der gesamten Gesellschaft“, ist Beate Lampenscherf überzeugt. 

Multiprofessionelles Team unterstützt Familien

Bereits in der Geburtsklinik des Bethesda-Krankenhauses wird der Kontakt zu den Familien gesucht. Auch in der Schwangerenberatung sowie über die Frauen- und Kinderärzte oder das Gesundheitsamt erfahren junge Eltern von dem Hilfsangebot, hinter dem ein multiprofessionelles Team aus Psychologinnen, Sozialpädagoginnen, Familienkinderkrankenschwestern und Familienhebammen steht.

Das Angebot der „Frühen Hilfen“ reicht von Erziehungstipps am Telefon über Hausbesuche und die Begleitung zu Behörden und Kinderärzten, Infonachmittage in Kita und Schule bis hin zu zwei Spielgruppen. Pro Jahr nehmen rund 160 Familien die Unterstützung regelmäßig in Anspruch. Hinzu kommen rund 45 Familien, die intensiver betreut werden. 

Medienerziehung wird immer wichtiger

Seit dem Start der „Frühen Hilfen“ mit dem Projekt „Startklar“ im Jahr 2007, zu dem fünf Jahre später „Flex plus“, die sogenannten „Hilfen zur Erziehung“ in Kooperation mit dem Jugendamt hinzukamen, habe der Druck zugenommen, unter dem Eltern und Kinder stehen, beobachtet Beate Lampenscherf. Zu der Sorge um steigende Mieten, Inflation und fehlende Betreuungsplätze komme die „Ruhelosigkeit unserer Zeit“, die von steter digitaler Präsenz und Konkurrenz geprägt sei. 

„Schon Kleinkinder haben regelmäßig und viel zu häufig Zugang zu Medien und zeigen soziale Auffälligkeiten.“ Die Psychologin und ihr Team plädieren für ein striktes Handyverbot vor dem dritten Lebensjahr. Sie helfen Eltern aber auch dabei, Alternativen zu finden, wie sich ihre Kinder kreativ beschäftigen können.

Gemeinsam herausfinden, was für die Familie passt

Wichtig ist Beate Lampenscherf dabei, dass sie und ihr Team mit den Eltern Ideen für ein gutes und gesundes Aufwachsen ihrer Kinder entwickeln, nicht für sie. „Es geht nicht darum, jemandem zu sagen, wie es richtig geht“, betont die Psychologin. „Es geht darum, zusammen herauszufinden, was für diese Familie passt.“

Gerade bei Eltern mit Flucht- und Migrationshintergrund sei es notwendig, erst einmal „eine gemeinsame Sprache“ zu entwickeln. Viele kennen aus ihren Heimatländern keine Kitas. Die „Frühen Hilfen“ bereiten gemeinsam mit den Familienzentren auf einen guten Start in das deutsche Bildungssystem vor. Sie informieren nicht nur, sondern bieten auch Gruppen an, in denen Kinder das soziale Miteinander lernen können.

Das zahlt sich aus, wie sich oft Jahre später zeigt. Beate Lampenscherf erinnert sich an Kinder aus Familien, in denen es viel Unsicherheit, Bindungsprobleme und soziale Not gab. „Sie sind heute stabile Persönlichkeiten mit einem guten Verhältnis zu ihren Eltern, die erfolgreich durch Schule und Ausbildung kommen.“

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Text und Foto
Sabine Damaschke

Ansprechperson für Rückfragen
Beate Lampenscherf, Bereichsleitung
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