Weihnachtsgrüße aus dem JuB's

Christian Heuer Projektverantwortlicher des Jugend- und Begegnungszentrum JuB's in Vohwinkel richtet Weihnachtsgrüße an alle Paten und Unterstützer.

Liebe Paten und Unterstützer,


an dieser Stelle würden Sie eigentlich von mir eine Einladung für unser alljährliches Dankeschön-Fest erhalten. Stattdessen gibt es „nur“ einen Gruß und einen Rückblick zurück bis zu den Sommerferien und einen von mir gewagten Ausblick.
Noch über die Sommerferien hinaus konnten wir, aufgrund des guten Wetters, mit unseren Angeboten im JuB's zweigleisig fahren. Ein Team war auf dem Spielplatz und das zweite Team im Jubs. Im Jubs stehen die Hausaufgaben nach wie vor im Vordergrund. Der Bedarf nach Unterstützung bei den täglichen Aufgaben ist groß.
Die Freizeitbetreuung im Anschluss der Hausaufgabenbetreuung findet seit Oktober nur noch im Jubs statt. Hin und wieder, wenn das Wetter es zulässt, ist einer unserer Mitarbeiter auf dem Spielplatz und hält vor allem Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, die im Moment nicht regelmäßig den Weg ins Jubs finden. Viele Gespräche finden auch dort mit den Eltern statt.
In den Gesprächen mit den Eltern wird deutlich, dass diese wenigen Informationen für die Gefährlichkeit der Pandemie haben und von uns immer wieder Erklärungen benötigen und auf den Sinn von den Abstand- und Hygienemaßnahmen hingewiesen werden müssen.
Wir selbst haben an unserem strengen Hygieneplan festgehalten und haben dadurch über die gesamte Zeit nicht viele Veränderungen vornehmen müssen und kontinuierlich das Haus offenhalten können. Gleichzeitig haben wir damit Erfolg gehabt. Keiner unsere Besucher*innen hat sich, zumindest nicht bei uns, angesteckt.
Nach dem Ende des ersten Lockdowns haben wir uns bemüht, einen engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzubauen, um Absprachen im Umgang mit Infektionen bei den Familien zu treffen. Es wurde schnell deutlich, dass unsere Arbeit im Gemeinwesen und die aktuelle Arbeit des Gesundheitsamtes nicht zusammenpassen.
Datenschutz und Überlastung waren früh Indikatoren und Anzeichen, uns ein eigenes Netzwerk innerhalb der Schulen und Bewohnern aufzubauen, damit wir frühzeitig über mögliche Erkrankungsfälle informiert sind. Zu meinen Aufgaben gehört es seitdem, vormittags die Schulen zu kontaktieren, um die Klassen in Erfahrung zu bringen, die in Quarantäne oder im Distanz-Unterricht seitens der Schulen/Gesundheitsamt geschickt wurden. Die Schulen und auch einige Bewohner helfen uns mit diesen wichtigen Informationen, damit wir den Schutz für unsere Mädchen und Jungen sowie den Schutz der Mitarbeitenden im Jubs sicherstellen können.
Es ist weiterhin nicht vorgesehen, dass wir direkt vom Gesundheitsamt über eine Erkrankung in unserem direkten Wohnumfeld informiert werden. Mit Hilfe des Netzwerkes können wir wenigstens auf die uns zur Verfügung stehenden Informationen zurückgreifen und zeitnah entsprechende Vorsichtsmaßnahmen veranlassen. Dabei schließen wir auch Personen mit ein, von denen wir nach unseren Beobachtungen annehmen, dass sie noch Kontakte zu in Quarantäne geschickten Personen hatten.
Die Belastung für die Mitarbeiter* ist sehr hoch. Zwei Mitarbeiter*innen haben sich dann auch dafür entschieden, für die Zeit von Corona, nicht im Jubs zu arbeiten. Durch eine berufliche Doppelbelastung hat eine weitere Mitarbeiterin ganz aufgehört. So gab es bereits nach den Sommerferien die ersten personellen Veränderungen. Drei junge Studenten der Soziologie, Erziehungswissenschaften und des Lehramtes für Sport und Englisch konnten wir in dieser Zeit zur Verstärkung des Teams gewinnen.
Es sind auf jeden Fall schwere und psychisch belastende Zeiten, nicht zuletzt auch für die Kinder und Jugendlichen.Wir freuen uns darüber den Kindern wenigstens für einige Stunden am Tag Unterstützung und Hilfen bei ihrem Alltag zu geben. Wir freuen uns über die Offenheit der Bewohner und Schulleiter, die das mit ermöglichen. Die längst überfällige Digitalisierung wird aus dieser Not heraus angeschoben und wir können hoffentlich zeitnah auf entsprechende Technik zurückgreifen, damit wir die Kinder besser unterstützen können, die zu Hause bleiben müssen. Flexibilität ist gefragt – von jedem von uns. So kommen neue und hilfreiche Ideen zu Stande, die wir in unserer Arbeit einsetzen können. Ein positiver Nebeneffekt ist der enge Kontakt zu den Eltern der Kinder. Dies macht ein Verständnis für die Situation einfacher. Wir dürfen das gegenseitige Vertrauen nicht verlieren. Das was wir über die Medien im „Großen“ an Informationen über „Spaltung der Gesellschaft“ mitbekommen, findet im „Kleinen“ in den Quartieren statt. Dem müssen wir entgegentreten und das gelingt nur über Kommunikation, Respekt, Verständnis und Vertrauen.
Das sehen wir für uns im Quartier als Hauptaufgabe und werden zukünftig noch vielmehr daransetzen müssen, dass es auch so bleibt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gutes Weihnachtsfest. Wir, die Mitarbeiter und die Kinder des Jubs, danken Ihnen für Ihre treue Unterstützung und wünschen Ihnen eine gute und gesunde Zeit.

Freue mich auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr

Ihr Christian Heuer
Leitung Jugend- und Begegnungszentrum
Diakonie im Stadtteil