Soziale Einrichtungen am Limit – Freiwilligendienste in Gefahr

Aktionswoche "Black Week" der Freien Wohlfahrtspflege in NRW vom 10. bis 14. Juni 2024

„Zunehmend mehr Menschen in Wuppertal brauchen Unterstützung und Begleitung", erklärt Sabine Federmann, Diakoniedirektorin der Diakonie Wuppertal. "Um auch in Zukunft ganz nah bei den Menschen sein zu können und in Notlagen zu helfen, müssen wir unseren Sozialstaat stärken. Daher beteiligen wir uns als Diakonie Wuppertal an der Black Week: gemeinsam sind wir stark.“

Die wirtschaftliche Situation vieler sozialer Einrichtungen wird immer angespannter. Darauf macht die Freie Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen mit einer Aktionswoche vom 10. bis 14. Juni 2024 aufmerksam. Auch das Engagement von Freiwilligen in sozialen Einrichtungen ist von Sparzwängen betroffen. „Die Situation ist so kritisch, dass sich immer mehr Einrichtungen den Einsatz von Freiwilligen schlichtweg nicht mehr leisten können“, sagt dazu Mathias Schmitten, Leiter des Zentrums Freiwilligendienste der Diakonie RWL.

Um steigende Kosten aufzufangen, müssen Kindertageseinrichtungen und der Offene Ganztag in NRW bereits Personal abbauen. „Da bleibt kein Spielraum mehr für die Finanzierung und Anleitung von Freiwilligen“, beschreibt Schmitten die Situation. „Der Beitrag der Freiwilligen ist für die Arbeit sozialer Einrichtungen das Sahnehäubchen. Freiwillige sind zusätzliche Kräfte, die die Arbeit der Einrichtungen vor Ort bereichern – und hier wird aufgrund der Zwänge zuerst gekürzt.“

Der Einsatz von Freiwilligen werde zudem durch drohende Kürzungen des Bundes bei der Finanzierung der Freiwilligendienste infrage gestellt. Hier sei das Land NRW gefordert. „In Nordrhein-Westfalen fehlt eine ergänzende Förderung der Freiwilligendienste. Die meisten Bundesländer engagieren sich hier deutlich stärker als NRW“, so Schmitten.

Diese Situation habe fatale Auswirkungen auf die Qualität der sozialen Dienste. „Freiwillige leisten einen wichtigen Beitrag in der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und alten Menschen. Sie schenken Zeit und Zuwendung und bereichern die professionelle Arbeit mit neuen Sichtweisen und Ideen“, so Schmitten. „Es ist für alle Beteiligten schmerzhaft, wenn wir das aufgeben müssen.“

Bedroht sei damit auch der Beitrag der Freiwilligendienste zum gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Die Freiwilligen erweitern ihre Fähigkeiten, sich mit fremden Menschen zu verbinden, sowohl in den Einsatzstellen als auch in den bunten Seminargruppen, in denen Freiwillige mit unterschiedlichen Bildungshintergründen, Lebenswelten und kulturellen Prägungen zusammenkommen. Die Freiwilligendienste tragen dazu bei, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und unsere Demokratie und Gesellschaft insgesamt zu stärken“, sagt Mathias Schmitten. Das dürfe nicht durch Sparmaßnahmen infrage gestellt werden.

Aktionswoche „Black Week“ vom 10. bis 14. Juni 2024

Wenn Sie über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf den Einsatz von Freiwilligen im sozialen Bereich berichten möchten: Wir vermitteln gerne Kontakt zu sozialen Einrichtungen, zu Expert*innen und zu Freiwilligen.

Videos zum Thema

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Kontakt: 

Mathias Schmitten
Telefon: 0211 6398-459
Mobil: 0160 8473650
Mail: m.schmitten@diakonie-rwl.de