„Niemand und nichts wird dich aus meiner Hand reißen.“

Digitale Andacht mit Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger. Die Reihe unserer Online-Andachten gibt Halt und Mut in dieser schweren Zeit der Corona-Pandemie.

Unsere Reihe der digitalen Andachten wird unterstützt von Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger. Dadurch wahrt die Diakonie zu Zeiten der Corona-Pandemie räumlichen Abstand und gibt trotzdem Halt und Mut.

Digitale Andacht vom 27.03.2020


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Diakonie Wuppertal,

hochinfektiös war die Situation schon, auch wenn man noch nichts von Viren wusste und Infektionsketten.

Leprakranke wurden zur Zeit Jesu separiert, lebten in isolierten Häusern – und wenn sie unterwegs waren mussten sie laut auf der Straße rufen: „Lepra, Lepra“, damit der Abstand zu den Gesunden eingehalten wurde. Doch Jesus wich ihnen nicht ängstlich aus. So erzählt uns Markus zu Beginn seines Evangeliums von Jesus und einem Leprakranken, die damals „Aussätzige“ genannt wurden:

40 Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn, und er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein. (Markus 1,40-42)

Sicher, auch Helfer schützen sich heute, ohne Mundschutz und entsprechende Kleidung wäre es fahrlässig in Kontakt mit infizierten Menschen zu treten. Aber es sind eben Menschen, sie brauchen Augenkontakt, Nähe, Zuwendungen, Gespräche und Gesten - wie kreativ wir dies heute auch immer gestalten können - und wenn es das Gespräch des Enkels mit der geliebten Oma digital über ein Tablet ist.

Wir stecken mitten in der Corona-Pandemie. Ich möchte Ihnen allen danken, die Sie nicht den Kontakt verlieren zu den auf Hilfe angewiesenen Menschen, danken, dass auch Sie kreative Wege gehen, um den Faden des Gesprächs, der Hilfe, der Zuwendung nicht abreißen zu lassen. Schlagartig hat uns diese Krise deutlich gemacht, wie wichtig es ist, den anderen wahrzunehmen, ihm unsere Wertschätzung auch zu zeigen. Ganz besonders gilt das für die, die am Rande der Gesellschaft stehen, sozial ausgegrenzt leben, ob sie als Kinder keine richtige Familie haben, als Überschuldete auf Hilfe angewiesen sind oder als Senioren ihren Lebensalltag nicht mehr selbst bewältigen können. Oder ob sie wohnungslos sind und schon in normalen Zeiten von anderen gemieden werden. Wir alle stehen ihnen zur Seite.

Und ich bin sehr gespannt, wie uns als Gesellschaft dieses Jahr 2020 verändern wird.

Aber zunächst gilt es, den Marathonlauf gegen das Virus durchzuhalten, nicht nur medizinisch, sondern auch sozial. Danke, dass Sie dabei sind: Diesmal kein Schwebebahnlauf, aber mindestens genauso kräftezehrend. Doch seien Sie gewiss, die geistlichen Verpflegungsstationen auf der Strecke sind aufgebaut, Erfrischung und Stärkung hält Gott für uns bereit, wir können uns an seinem Wort bedienen. Er sagt uns zu:

„Niemand und nichts wird dich aus meiner Hand reißen.“

 

Ihr

Dr. Martin Hamburger