Gemeinden, Stadtplaner und Architekten fragen: Was wird aus den Kirchen?

Experten suchen ab heute Perspektiven für drei rheinische Bauten. Sie arbeiten unter anderem für die Diakoniekirche (ehemals Kreuzkirche) in Wuppertal an maßgeschneiderten Antworten.

Foto: Evangelischer Kirchenkreis

Essen/Köln/Wuppertal. Was wird aus unserer Kirche? Vor dieser Frage stehen in der Evangelischen Kirche im Rheinland  zahlreiche Gemeinden. Für die Lukaskirche in Köln, die Dreifaltigkeitskirche in Essen und die Diakoniekirche (ehemals Kreuzkirche) in Wuppertal arbeiten Experten unterschiedlicher Fachgebiete ab sofort an maßgeschneiderten Antworten.

Fachjury wählte beispielhafte Kirchengebäude aus

Auf einen entsprechenden Aufruf der Landesinitiative StadtBauKultur NRW hatten unter anderen die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Borbeck-Vogelheim, die Evangelische Kirchengemeinde Porz und die Initiative Kreuzkirche (IKK) e.V. in Kooperation mit der Diakonie Wuppertal reagiert und um Unterstützung gebeten. Zusammen mit fünf weiteren evangelischen wie katholischen Kirchenprojekten in Nordrhein-Westfalen wurden sie von einer Fachjury ausgewählt.

Viele Gemeinden sollen von der Unterstützung profitieren

„Acht Kirchengebäude, die nicht mehr oder nicht mehr ausschließlich gottesdienstlichen Zwecken dienen, sollen künftig anders genutzt werden. Die Projekte sind damit beispielgebend für viele andere Gemeinden, die vor ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit ihren zahlreichen Kirchengebäuden stehen. Wir erhoffen uns, dass auf diesem Weg auch weitere Gemeinden von der Unterstützung durch die Initiative StadtBauKultur NRW erfahren“, sagt Gudrun Gotthardt, Leitende Landeskirchenbaudirektorin der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Heute fällt der Startschuss für die Neuorientierung

Bei einer Kick-off-Veranstaltung fällt heute der Startschuss für die Zusammenarbeit von kirchlichen Projektteams und Fachleuten. Gemeinsam werden sie sich der Frage stellen, welche Nutzungskonzepte für das jeweilige Kirchengebäude Aussicht auf Erfolg bieten und damit zu dessen Erhalt beitragen. Neben einer Bestandsermittlung werden die Entwicklung von Ideen und Nutzungsszenarien sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit Schwerpunkte des knapp einjährigen Prozesses sein.

Die ausgelobten rheinischen Projekte im Einzelnen

Die Dreifaltigkeitskirche in Essen-Bergeborbeck ist ein nüchterner Nachkriegsbau, zusammen mit einem Gemeindezentrum von 1956 bis 1959 errichtet. In der Gestaltung wird ein starker Bezug zur Bergbau-Geschichte des Ruhrgebiets erkennbar. Die Kirche soll Baudenkmal werden.

Die ehemalige Kreuzkirche in der Wuppertaler Nordstadt trägt seit ihrem Verkauf an die Diakonie Wuppertal gGmbH den Namen Diakoniekirche. Sie wurde 1847 bis 1850 als freistehende einschiffige Saalkirche errichtet. Die neogotische Kirche ist samt ihrer Einfriedung denkmalgeschützt und dient nicht mehr als Gottesdienststätte.

Die Lukaskirche in Köln-Porz wurde von 1914 bis 1927 im Jugendstil erbaut. Die letzte noch vorhandene und gleichzeitig älteste Kirche der Kirchengemeinde ist denkmalgeschützt, ebenso das Gemeindehaus.

Evangelische Kirche im Rheinland hat in NRW 715 Kirchengebäude

Rund 6000 Kirchen existieren in Nordrhein-Westfalen. Bis zu 30 Prozent, so die Prognose, werden langfristig vom Leerstand betroffen sein. Die Evangelische Kirche im Rheinland zählt in Nordrhein-Westfalen 715 Kirchen, 358 wurden nach 1945 erbaut. Von den mehr als 700 Kirchen sind 294 denkmalgeschützt.

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Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie gliedert sich in 37 Kirchenkreise mit 687 Kirchengemeinden. Die rheinische Kirche hat mehr als 2,5 Millionen Mitglieder.

 

Stichwort: Zukunft – Kirchen – Räume

Zukunft – Kirchen – Räume ist ein Kooperationsprojekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW, der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen unter Mitwirkung der (Erz-)Bistümer und Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen sowie der RWTH Aachen. Schirmherrin von Zukunft – Kirchen – Räume ist die nordrhein-westfälische Heimat- und Bauministerin Ina Scharrenbach. Informationen rund um das Projekt finden sich unter zukunft-kirchen-raeume.de

Pressemitteilung Ev. Kirche im Rheinland vom 11.10.2019
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