Bleibt behütet!

Es ist Ihnen und euch bestimmt auch schon aufgefallen. Da wir uns seit fast einem halben Jahr im
Abstandhalten üben, sind neue Begrüßungs- und Abschiedsrituale entstanden.

„Wie geht es Dir? Bist Du gesund und Deine Lieben auch?“ fragen wir oft gleich zuerst, wenn wir jemanden treffen. Man berührt sich mit den Ellenbogen oder seitlich am Fuß und muss dabei lachen. Einige falten auf asiatische Weise die Hände vor der Brust. „Fühl dich herzlich umarmt!“ sagen andere und lächeln besonders freundlich, als wollten sie die fehlende Berührung wettmachen. Wir vermissen die Begrüßung per Handschlag oder die Umarmung von lieben Freundinnen und Freunden. Und das ganz besonders bei traurigen Anlässen. Aber die Wertschätzung und Anteilnahme aneinander findet in diesen Zeiten neue Wege, und das gibt Hoffnung.

Besonders schön ist es, wenn uns jemand beim Abschied ein „Bleib behütet!“ mit auf den Weg gibt. Das bedeutet viel mehr als „Alles Gute!“, was man sich ‚früher‘ - vor der Corona-Zeit - manchmal auch etwas gedankenlos zugerufen hat.

„Bleib behütet!“, das ist ein kleiner, liebevoller Segen. Der ruft uns ins Gedächtnis, wie verletzlich das Leben sein kann. Wir haben es nicht in der Hand, ob uns Gutes widerfährt, oder ob wir durch ein finsteres Tal müssen. „Bleib behütet!“ – mit diesem Wunsch vertrauen wir einander Gott und seinem guten Geleit an. Werden uns unserer eigenen Grenzen bewusst, versichern andere aber auch unserer guten Gedanken und unseres Mitgefühls.

Dabei schwingt mit: wir alle sind angewiesen auf Gottes segnende Hand, die er über uns hält, bis unsere Wege uns wieder zusammenführen.

Im Psalm 91 heißt es: Gott hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.

Dass Sie gesund und von Gottes Engeln gut behütet bleiben, das wünschen wir Ihnen!

Veronika Wimmer + Collien Janikowski

(in Anlehnung an einen Text von Pfarrerin A. Braun-Wolf)