Namibia
"Armut will Gott die Ehre nehmen"

Präses Schneider bei einem Taufgottesdienst in Windhuk/Namibia (archivfoto: vem)
Der rheinische Präses Nikolaus Schneider hat bei seinem Besuch in Namibia die Anstrengungen der Ortskirchen für ein bedingungsloses Grundeinkommen und den Einsatz gegen Aids gewürdigt. „Wir sehen, dass die Armut vielen Menschen die Würde und Gott die Ehre nehmen will“, sagte Schneider am Sonntag laut Redemanuskript in seiner Predigt in einem gemeinsamen Gottesdienst aller evangelischen Kirchen des Landes in Windhuk. Er habe bei einem Besuch eines Pilotprojektes in Namibia erleben können, wie ein Grundeinkommen Menschen verändere.
Schneider, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, bekannte die Mitschuld der rheinischen Kirche an der Kolonialgeschichte des Landes. „Die Missionare haben sich nicht eindeutig gegen die Kolonialmacht gestellt, sie haben versucht zu vermitteln, sie sind mit schuldig geworden“, sagte er. Auch während der Zeit der Apartheit habe seine Kirche nicht immer eindeutig an der Seite ihrer Partner gestanden. Die Kirche müsse sich der Bewältigung dieser Vergangenheit stellen, forderte der Präses, mit Blick auf 170 Jahre Missionsgeschichte in Namibia. „Eine längere gemeinsame Geschichte haben wir mit keiner Kirche“. Über alle Gräben und Verletzungen hinweg sei der gemeinsame Einsatz in der Vereinigten Evangelischen Mission für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung möglich, betonte Schneider in dem Gottesdienst, der in einem Festzelt in Namibias Hauptstadt gefeiert wurde.
Partner der rheinischen Landeskirche ist die multi-ethnische Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Namibia (ELCRN). Mit 350.000 Mitgliedern ist sie nach der von finnischen Missionaren gegründeten ELCN (Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia) und der katholischen Kirche die drittgrößte des Landes. An dem Gottesdienst nahm auch die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche Namibias teil, der überwiegend Weiße angehören.
Bei ihrem Besuch in Namibia besuchte die zwölfköpfige Delegation der Evangelischen Kirche im Rheinland das Dorf Otjivero, etwa hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt, in dem 2008 das Pilotprojekt zur Einführung eines Grundeinkommen – Basic Income Grant (BIG) - mit Unterstützung der rheinischen Landeskirche etabliert wurde. Auf dem Programm stehen auch Informationen über Aids-Projekte der Kirchen sowie die Auseinandersetzung mit der Kolonial- und Missionsgeschichte.
Präses Schneider: Nigeria muss Christen schützen
Nach den islamistischen Bombenanschlägen in Nigeria fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, einen besseren Schutz von Christen in dem westafrikanischen Land. Die nigerianische Regierung müsse jetzt energisch einschreiten, um die Christen zu schützen, sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).
„Und wir bitten unsere muslimischen Freunde, auf die Verrückten von Boko Haram Einfluss zu nehmen, damit die Gewalt endlich aufhört“, fügte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland hinzu. Zu den Anschlägen, bei denen seit Freitag nach Medienberichten weit über 150 Menschen getötet wurden, hatte sich die radikalislamische Boko-Haram-Bewegung bekannt. Sie will einen islamischen Gottesstaat errichten. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, ihre Anschläge richten sich unter anderem gegen Kirchen.
Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hatte den Islamisten am Wochenende den Kampf angesagt. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz hatten die Gewalt verurteilt.
texte: epd/ör-wj
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