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Ladenöffnung

Es ist Sonntag - Gott sei Dank!

Plakat der EKD zum Sonntagsschutz
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Die von der rot-grünen NRW-Landesregierung geplante Einschränkung bei den Ladenöffnungszeiten vor allem am Sonntag wird von Kirchen und Gewerkschaften unterstützt. Verbraucherschützer und Industrie- und Handelskammern lehnten bei einer Sachverständigen-Anhörung am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag einen erneute Beschränkung der Ladenschlusszeiten im Land dagegen ab. Nach Ansicht der schwarz-gelben Oppositionsparteien hat sich das von ihnen liberalisierte Ladenöffnungsgesetz bewährt.

Die Landesregierung möchte die von der schwarz-gelben Vorgängerregierung erweiterten Möglichkeiten für verkaufsoffene Sonntage vor allem in den Stadtteilen zurückfahren. Hier gebe es „mächtigen Wildwuchs“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Daniela Schneckenburger. Bisher sind jährlich vier offene Sonntag pro Verkaufsstelle, also etwa pro Stadtteil möglich.

Die Arbeitsruhe am Sonntag sei unverzichtbar für gemeinsame Familienunternehmungen, Verabredungen mit Freunden, Vereinssport oder die Religionsausübung, unterstrich der SPD-Wirtschaftspolitiker Thomas Eiskirch. Die SPD schlägt eine Obergrenze von zwölf verkaufsoffenen Sonntagen pro Kommune vor, die Gewerkschaften fordern dagegen eine Reduzierung auf vier Sonntage.

Der Beauftragte der Evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung, Rolf Krebs, sprach sich bei der Anhörung für eine spürbare Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes aus. Durch die bestehende Rechtslage würden der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage nicht ausreichend geschützt. Eine „erhebliche Verbesserung des Schutzes des Sonntags“ forderten auch Vertreter des Katholischen Büros NRW und der Katholischen Arbeitnehmer- Bewegung NRW.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordern zudem kürzere Ladenöffnungszeiten an Werktagen. Sie schlagen montags bis freitags Ladenöffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr und samstags von 6 bis 18 Uhr vor. An Heiligabend und an Silvester sollten die Läden nur bis maximal 13 Uhr geöffnet sein. Nachtarbeit sei generell gesundheitsschädlich und in NRW im Handel „gesellschaftlich
nicht notwendig“, sagte ver.di-Fachbereichsleiterin Lieselotte Hinz. In Bayern und im Saarland gebe es die von den Gewerkschaften befürworteten Ladenöffnungszeiten bereits und dort seien keine Versorgungsprobleme der Bevölkerung bekannt.

Klaus Müller vom Vorstand der NRW-Verbraucherzentrale plädierte dagegen dafür, die Geschäfte weiter länger geöffnet zu halten. Die längeren Einkaufsmöglichkeiten seien eine „kundenfreundliche Anpassung“ an die veränderten Lebensumstände der Menschen.

Sprecher von Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen und einzelnen Berufsverbänden warnten bei einer Rückkehr zu Beschränkungen beim Ladenschluss davor, dass kauffreudige Kunden dann in die benachbarten Niederlande oder nach Belgien abwandern würden, wo liberalere Einkaufszeiten bestünden. Gleichzeitig räumten sie ein, dass sich durch verlängerte Ladenöffnungszeiten die Umsätze generell nicht erhöhen, sondern nur verlagern würden.

text: epd/ör-wj

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