KirchenZeitung (VI)
GESA macht fit

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Ca. 1800 Jugendliche fanden in diesem Jahr in Wuppertal keine Ausbildungsstelle. Das ist eindeutig zu viel findet das Land NRW - aber auch die Wirtschaftsförderung in unserer Stadt. Denn es liegt nicht nur an den fehlenden Ausbildungsstellen, sondern auch an den Chancen und Qualitäten der Bewerber – und dies lässt sich seit letztem Jahr mit Hilfe der GESA in Wuppertal ändern. Denn beim vom Land initiierten und u. a. durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfond unterstützten Projekt »Startklar! Mit Praxis fit für die Ausbildung« erhielt der diakonische Träger aufgrund der hohen Kompetenz im Bereich »Ausbildung und Qualifizierung« und der guten Erfahrungen aus den letzten Jahren den Zuschlag. Die GESA koordiniert für Wuppertal das Startklar! Projekt und ermöglicht nun jedes Jahr ca. 800 Schülern aus Wuppertaler Haupt- und Förderschulen bessere Chancen auf qualifi zierte Ausbildung, unabhängig von sozialer Herkunft und Schulform.
Fördern durch Ausprobieren
»Ziel des Projekts ist die individuelle Förderung der Jugendlichen durch gezieltes Heranführen an die spätere Ausbildung im praktischen Ausprobieren von mindestens drei Berufsfeldern« erläutert Holger Stockhaus, Betriebsleiter der GESA, die Idee des Projekts. »Jugendliche können in der Jahrgangsstufe 8 durch zweiwöchige Praktika ihre Stärken und Fähigkeiten unter sachkundiger Anleitung handfest erproben.« Die Wuppertaler Schulen unterstützen das Projekt nachhaltig und so hilft die Gesa pro Jahr ca. 300 Jugendlichen in den Gewerken Holz, Metall und Farben bei der Zukunftsplanung.
Für den 13-jährigen Marcel ist die Sache schon klar. Er hat gerade ein Vogelhäuschen aus Holz gebaut und ist mächtig stolz auf das Ergebnis: »Ich fi nde das hier echt toll. Mit Holz zu arbeiten liegt mir, glaube ich - da könnte vielleicht mehr draus werden. Und besser als Schule ist die Zeit hier allemal, obwohl wir ziemlich ran müssen…«
Jugendliche überraschen positiv
Zwischen 12 und 15 Jugendliche gehören zu einer Gruppe und werden von Anleiter und Tischlermeister Jörg Messerschmidt betreut: »Zu Anfang waren meine Kollegen und ich eher skeptisch angesichts der vielen pubertierenden Schülerinnen und Schüler. Aber die Jugendlichen haben uns positiv überrascht!« Er will bei den Jugendlichen den Geschmack wecken für die richtige Ausbildung, möglichst mit Spaß bei der Sache. Und die ersten Erfahrungen sind vielversprechend: Ca. 25 % der Teilnehmer haben sich nach der 8. Klasse auf die dann freiwillige Phase II des Projekts eingelassen.
Ein guter Wert, findet Holger Stockhaus: »Denn jetzt geht es in 40 Stunden pro Halbjahr neben der Praxis auch um Fachkompetenz und Sozialkompetenz.« Die einzelnen Kursmodule werden von den Jugendlichen in Abstimmung mit den Klassenlehrern im Internet ausgewählt und von den begleitenden Schulen gebucht. »Dazu gehören auch Themen wie ‚Selbstbewußtes Auftreten‘ und ‚Der Knigge für die Ausbildung‘»
Am Ende jeder Klasse gibt es dann auch ein Zertifikat über die gewonnenen Kompetenzen, nach der 10 dann den Berufswahlpass – ein Papier, das potentielle Arbeitgeber sicher zu schätzen wissen. Holger Stockhaus ist sich sicher: »Die Jugendlichen aus Haupt- und Förderschulen können ihre Startnachteile gezielt abbauen und haben sehr gute Chancen auf dem Weg ins Berufsleben«.
Die GESA, gemeinnützige Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung, wurde im Jahr 1985 gegründet, um haftentlassenen Straftätern durch die Schaffung von Arbeitsplätzen einen Wiedereinstieg in das Berufsleben und somit in die Gesellschaft zu ermöglichen. 1993 begann der Aufbau einer beruflichen Bildung für Jugendliche, die über keine abgeschlossene Schulbildung oder keinen Ausbildungsplatz verfügen. Die 1995 gegründete GESA gGmbH bietet moderne und zukunftsweisende Qualifizierungs- und Beschäftigungsfelder an, unter anderem den Holzenergiehof Wuppertal, ein in dieser Form einmaliges Ökosozialprojekt.
aus: KirchenkreisZeitung 02/2012, S.10
text: werner jacken/ör-wj
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