Kinderhospiz
"Kinder wollen Kind sein"

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Aufatmen in der "grünen Lunge" Burgholz
24 Stunden Pflege und Betreuung, persönliche Dauerbelastungen und finanzielle Einschränkungen: Familien mit totkranken Kindern haben im Alltag mit großen Problemen zu kämpfen. Oft scheitern Ehen und Berufswege. Unterstützung kommt bislang von ambulanten Kinderhospizdiensten. Doch nun soll im Burgholz ein stationäres Kinderhospiz für das ganze Bergische Städtedreieck entstehen.
Anders als bei Erwachsenen, die meist nur die letzte Zeit ihres Lebens in einem Hospiz verbringen, kann bei Kindern der Betreuungszeitraum durch das Kinderhospiz bis zu fünf Jahre betragen. Dabei bleiben die erkrankten Kinder im Durchschnitt drei Wochen im eigentlichen Hospiz, in manchen Fällen zweimal im Jahr. »Das ist für Eltern und Geschwister eine Entlastung, ein großes Aufatmen«, erklärt Projektleiterin Zita Höschen. Der entlegene Ort des geplanten Hospizes in der »grünen Lunge« Burgholz sorgt für nötige Ruhe und Entspannung.
»Die Eltern können durchschlafen, weil das Pfl egepersonal sich um die Kinder kümmert. Geschwisterkinder treffen auf Geschwisterkinder, die niemandem erklären müssen, warum ihr Bruder oder ihre Schwester krank ist, es gibt Gespräche und Programme«, beschreibt Höschen das Leben im Kinderhospiz. »Aber der Tod ist nicht das Hauptthema, die Kinder wollen Kind sein, ihr Leben mit Sinn füllen und nicht über ihre Krankheit definiert werden«. Für die nötige Fürsorge wird eine 1:1-Betreuung durch qualifi ziertes Fachpersonal und Einbindung von Therapeuten sorgen. Darüber hinaus werden zahlreiche Ehrenamtliche die Arbeit bereichern.
Ökumenisch getragen
Bei dem Projekt haben sich die beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände zusammengetan. »Das Kinderhospiz wird ökumenisch getragen von Diakonie und Caritas«, sagt Höschen. Der Baustart im Burgholz wird beginnen, sobald 80 % der Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro zusammen gekommen sind – dazu fehlt noch eine halbe Million Euro. Die Finanzierung und Projektleitung liegt bei der Kinderhospizstiftung Bergisches Land, für die Zita Höschen neben ihrer Tätigkeit beim Caritasverband tätig ist. »Und wir wollen dafür sorgen, dass auch nach Fertigstellung keine Unterbringung im Hospiz am Geld scheitert«, findet Höschen.
Die ganze Region ist aufgerufen
»Die ganze Region ist aufgerufen, das Projekt mitzutragen, z.B. durch ehrenamtliches Engagement. Das kann ein einfacher Fahrdienst oder eine Vorlesung sein«, beschreibt Sozialmanagerin Höschen die vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. So werden die Ambulanten Dienste weiterhin eingebunden sein und auch nach dem Tod eines Kindes wird die betroffene Familie weiter betreut.
aus: Kirchenkreiszeitung 02/2012
text: öffentlichkeitsreferat/jan kleinschmidt/ör-wj
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